Wenn die Tage und Nächte kälter werden, ist es an der Zeit, allmählich an die Herbst- bzw. Winterausrüstung, und somit auch wärmere Pferdedecken, zu denken. Schnell hat man mehr Stunden online als im Sattel verbracht, wenn man erst einmal anfängt zu recherchieren, ob man eindecken soll oder nicht, welcher Deckentyp am besten zum eigenen Pferd passt und welche Unterschiede es bei den Schnitten gibt. In dieser dreiteiligen Blog-Serie beantwortet Horseware Ireland eure grundlegenden Fragen zum Thema Decken. Wir befassen uns mit den Eigenschaften und Vorteilen von Decken, fragen uns, welche Faktoren einen Einfluss auf die Wahl der Decke haben und wie man beim Eindecken am besten auf die Bedürfnisse des Pferdes eingehen kann.

Um die beste Decke für ein Pferd auszuwählen, ist es wichtig, die einzelnen Bestandteile einer Decke zu kennen. In diesem ersten Teil unserer Serie werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Teile und Aspekte einer Pferdedecke, damit du eine sachkundige Entscheidung treffen kannst.

Deckenarten

Von Nierendecke bis Abschwitzdecke – es gibt viele verschiedene Arten von Decken. Da der Winter naht, werden wir uns hier auf Stall- und Weidedecken konzentrieren.

Der Hauptunterschied zwischen einer Weide- und einer Stalldecke ist ihr Außenstoff. Eine Weidedecke verfügt über eine wasserdichte Außenschicht, die dein Pferd an regnerischen Tagen trocken hält. Da ein Stall bereits Schutz vor den Elementen bietet, ist diese wasserdichte Außenseite bei einer Stalldecke nicht notwendig.

Weidedecken haben noch weitere spezielle Eigenschaften für den Einsatz im Freien, etwa reflektierende Elemente für bessere Sichtbarkeit und Beinausschnitte, die für optimale Bewegungsfreiheit sorgen. 

Früher war es üblich, dass Pferde auf der Weide ihre Weidedecke trugen und nachts, wenn sie aufgestallt waren, eine Stalldecke. Da die Technologie bezüglich Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität von Pferdedecken jedoch deutliche Fortschritte gemacht hat, verwenden viele Pferdebesitzer nun auch im Stall eine Weidedecke. Wenn du nicht zu den wenigen Glücklichen gehörst, die einen beheizten Raum zum Trocknen der Decken haben, wird eine nasse Decke in der Regel über Nacht durch die Körperwärme deines Pferdes trocknen. Das Pferd kann seine angenehm warme Weidedecke anbehalten, anstatt eine kalte Stalldecke aufgelegt zu bekommen. Außerdem sparst du so Zeit und musst dich nicht mit nassen, schlammverkrusteten Decken herumschlagen!

Sind über Nacht kältere Temperaturen zu erwarten, sollte gegebenenfalls zu einer dickeren bzw. schwereren Decke gewechselt werden. Wenn du ein- und dieselbe Weidedecke für drinnen und draußen verwendest, solltest du die Decke dennoch regelmäßig abnehmen, um dein Pferd auf Druck- oder Scheuerstellen zu untersuchen. Nach starkem oder andauerndem Regen ist es außerdem ratsam, zu prüfen, ob dein Pferd unter der Decke noch vollständig trocken ist, und eventuell eine andere Decke aufzulegen. 

Stoffe und Materialien

Für Weidedecken werden verschiedene Stoffe wie Polyester, Polypropylen und ballistisches Nylon verwendet. Diese bilden die äußere Schicht der Decke und unterscheiden sich in ihrer Stärke.

Neben der Art des Gewebes wird in der Regel auch der Denier-Wert (D) angegeben, z. B. besteht die Außenschicht der Rhino Plus aus 1000D-Polypropylen.

Ein höherer Denier-Wert gibt an, dass ein Faden mehr Garne enthält, und steht somit für ein stärkeres Gewebe, selbst wenn es sich um den gleichen Stoff handelt. In unserem Beispiel mit der 1000D Rhino Plus heißt dies, dass der Faden eine sehr hohe Dichte an Garnen hat und somit extrem robust ist.

Verschiedene Stoffe lassen sich nicht nur nach ihrem Denier-Wert vergleichen, sie unterscheiden sich auch in ihrer Gesamtstärke. Die Rhino Plus besteht aus 1000D-Polypropylen und ist stärker, leichter und haltbarer als eine Decke aus 1200D-Polyester. 

Die Weidedecken-Kollektion von Horseware: 

  • Die Amigo-Reihe besitzt ein Außenmaterial aus Polyester (stark)  
  • Beim Rhino-Sortiment besteht das Außenmaterial aus Polypropylen (stärker) 
  • Die Rambo-Serie weist ein Außenmaterial aus ballistischem Nylon auf (am stärksten) 

Woher weiß ich, welchen Stoff und welchen Denier-Wert ich wählen soll? 

Bei der Auswahl der Decke sind sowohl das Pferd als auch seine Umgebung zu berücksichtigen. Ist das Pferd ein notorischer „Deckenzerstörer“ oder von Pferden umgeben, die gerne einmal an der Decke nagen, solltest du dich für eine Decke aus ballistischem Nylon mit hoher Denier-Zahl entscheiden. Das Rambo-Sortiment ist sehr strapazierfähig und hat eine besonders glatte Außenseite, die verhindert, dass die Pferde den Stoff mit ihren Zähnen festhalten können.

Falls dein Pferd den ganzen Tag bei schlechtem Wetter oder rund um die Uhr draußen ist, solltest du bei der Decke auf hohe Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität achten. Die Rhino- und Rambo-Weidedecken sind mit der Aquatrans-Technologie ausgestattet. Das bedeutet, dass ihr Gewebe über einen Zeitraum von 24 Stunden 10 m Wasser widerstehen kann und 3000 g Dampf durch 1 m² Stoff strömen lässt. 

Wer kennt sie nicht, diese Situationen: Dein Pferd kommt stolz in seiner halb zerrissenen Decke zum Tor getrabt. Oder es schleicht missmutig heran, nachdem sich die vorhergesagten „leichten Schauer“ in stundenlange Regengüsse verwandelt haben, die es komplett durchnässt haben. Wenn du dir Zeit nimmst, eine Decke auszuwählen, die den Lebensumständen deines Pferdes entspricht, gehören beide Szenarien der Vergangenheit an!

Zwar haben die meisten Stalldecken ein Außenmaterial aus Polyester, der Denier-Wert kann aber variieren. Wenn dein Pferd seine Decke im Stall immer wieder beschädigt oder sich gerne damit scheuert, solltest du einen höheren Denier-Wert wählen. 

Innenfutter

Sowohl bei Stall- als auch bei Weidedecken wird häufig ein Innenfutter aus Polyester verwendet, das atmungsaktiv und weich ist. Einige der Horseware-Decken sind außerdem mit einem antibakteriellen und antistatischen Futter ausgestattet, um den Fellglanz zu verstärken. 

Deckengewichte

Pferdedecken gibt es in verschiedenen Gewichten, welche die Menge an Faserfüllung angeben. Eine schwerere Decke wärmt dein Pferd besser, da sie mehr Faserfüllung enthält.

Leichte Decken gibt es komplett ohne Füllung bis hin zu 100 g. Sie sind besonders für robustere, ungeschorene Pferde geeignet, die sie trocken und sauber halten. Leichte Decken können darüber hinaus bei warmem, aber nassem Wetter gute Dienste tun.

Eine Stalldecke ohne jegliche Füllung („Stable Sheet“) dient vor allem dazu, das Pferd sauber zu halten.

Mittelschwere Decken haben in der Regel eine Faserfüllung von 150g bis 250g. Sie eignen sich für verschiedene Wetterbedingungen und Pferde. 

Schwere Decken enthalten mehr als 300 g Füllung und sind am wärmsten. Diese Decken eignen sich am besten für den Winter oder für Pferde, die leicht frieren, wie z. B. Senioren und komplett geschorene Pferde.

Einige Decken von Horseware sind mit der Vari-Layer®-Technologie ausgestattet, für mehr Wärmerückhaltung bei weniger Gewicht. Dies wird durch verschiedene Schichten thermofixierter Faserfüllung erreicht, so enthält z. B. eine schwere Decke mit Vari-Layer® drei Schichten von je 150 g. Dadurch liegt die Decke eng am Körper des Pferdes an, deckt den Bauch besser ab und speichert so die Wärme. Für dich ist die Decke leichter aufzulegen und für das Pferd ist sie leichter zu tragen – eine Win-Win-Situation! 

Deckenschnitte

Unsere Pferde kommen in allen denkbaren Formen und Größen daher, daher müssen auch unsere Decken eine große Vielfalt aufweisen.

Classic Cut

  • Liegt vor dem Widerrist auf und rahmt den Hals des Pferdes ein 
  • Klassischer gerader Brustverschluss 
  • Gut geeignet für feingliedrige oder schmale sowie für junge Pferde 

Surefit

  • Reicht über den Widerrist hinaus, um Druck zu vermeiden 
  • Disk- oder V-Brustverschluss 
  • Für sehr viele Pferde geeignet, sehr vielseitig 
  • Toll für Pferde mit breiterem Brustkorb oder stark gebaute Pferde 

Wug

  • Der hochgezogene Halsausschnitt vermeidet Druck auf den Widerrist 
  • V-Brustverschluss 
  • Perfekt für schmalere Pferde mit hohem Widerrist 

All-in-one

  • Keine Naht zwischen Halsteil und Decke 
  • Verhindert Druck auf den Widerrist des Pferdes 
  • Durchgehende Füllung von Ohren bis Schweif 

Plus

  • Inklusive abnehmbarem Halsteil 
  • Klettverschlusssystem zur Befestigung des Halsteils 
  • Halsteil kann abgenommen werden, um die Decke an wechselnde Wetterbedingungen anzupassen 

Verschlüsse

Die verschiedenen Deckentypen sind mit folgenden Verschlüssen ausgestattet:

Klassischer gerader Brustverschluss – zwei einfach zu bedienende Brustverschlüsse mit Klettverschluss. Eignet sich für Pferde mit schmalerem Körperbau.

V-Brustverschluss – weniger Druck auf den Schultern bei Bewegung oder Weidegang. Die nicht drehbaren Karabinerhaken sollten nach innen und zur Brust des Pferdes gerichtet sein.

Disk-Brustverschluss – dieses besonders leichte, sichere Verschlusssystem gibt es nur bei Horseware. Dank seines ergonomischen Designs, das sich flach an das Pferd anlegt, kann es sich nirgends verfangen.

Jetzt, wo du die einzelnen Bestandteile einer Decke kennst und weißt, worauf du achten musst, ist es sicher viel einfacher für dich, das perfekte Modell für dein Pferd auszuwählen. Die richtige Decke trägt viel dazu bei, dass kalte, nasse Tage für dich und dein Pferd besser zu ertragen sind. Möchtest du noch mehr über Decken und das Eindecken erfahren? In Teil zwei unserer Serie beschreiben wir die Faktoren, die bestimmen, welche Art von Decke dein Pferd braucht.