Verletzungen vorzubeugen steht für Pferdebesitzer und Reiter immer an erster Stelle. Für ein so großes Tier haben Pferde eine recht hohe Tendenz, sich zu verletzen, und schon die kleinsten Zwischenfälle können zu Lahmheit oder Stallruhe führen. Manchmal würde man sie am liebsten in Luftpolsterfolie einwickeln und rund um die Uhr bewachen! Es gibt aber auch praxistauglichere Möglichkeiten, das Verletzungsrisiko zu verringern.

Vorbereitung

Fitness schützt

Ein fittes Pferd ist viel besser in der Lage, mit körperlicher Belastung umzugehen. Wurde dein Pferd länger nicht gearbeitet oder hast du ein anspruchsvolleres Ziel im Auge, sollte das Pferd langsam aufgebaut werden. Ein Fitnessplan hilft dabei, das Trainingspensum schrittweise zu erhöhen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Schließlich würdest du ja auch nicht an einem Tag einen Spaziergang um den Block machen und am nächsten einen Marathon laufen! 

Neben der Fitness ist auch der körperliche Zustand des Pferdes wichtig, um Verletzungen vorzubeugen. Hat es zu viele Kilos auf den Rippen, werden sowohl seine Gelenke als auch Herz und Lunge vermehrt belastet. Ein übergewichtiges Pferd ist nicht in der Lage, sein volles Potenzial auszuschöpfen, zudem hat es eine höhere Wahrscheinlichkeit, zu ermüden oder stolpern, wodurch sich das Verletzungsrisiko erhöht. 

Bodenverhältnisse prüfen

Als Pferdebesitzer sollte man unbedingt immer auf die Bodenverhältnisse achten. Im Sommer ist der Boden meistens trockener und härter. Dies erhöht das Risiko von Sehnen- und Griffelbeinverletzungen, Hufgeschwüren und Belastungsrehe. Auch intensives Reiten auf Asphalt kann diese Verletzungen hervorrufen.

Bei schlammigen oder eisigen Bodenverhältnissen besteht die Gefahr des Ausrutschens. Matschiger Boden kann außerdem buchstäblich die Hufeisen herunterziehen oder Strahlfäule verursachen. Hat das Pferd eine nasse, schlammige Weide, kann in den Fesseln Mauke entstehen.

Selbst wenn Reitplatz und -halle die sichersten Trainingsmöglichkeiten zu bieten scheinen, lohnt es sich, auch dort den Boden zu überprüfen. Ein zu tiefer Boden kann zu Bänder- oder Sehnenverletzungen führen, besonders bei intensiver Arbeit wie dem Springen.

Würden wir allerdings nur reiten, wenn der Boden perfekt ist, säßen wir nicht viele Tage im Sattel! Es gibt Möglichkeiten, die Risiken zu minimieren, indem man zum Beispiel den Bodenverhältnissen angepasste Stollen verwendet, das Tempo drosselt und auf verschiedenen Untergründen trainiert.

Manche Pferde reagieren auf besonders weichen oder harten Boden empfindlicher als andere. Kennt man die Vorlieben des eigenen Pferdes, kann man das Training entsprechend anpassen.

Steht ein Turnier auf einem Rasenplatz an und die Bodenverhältnisse sind alles andere als optimal, solltest du überlegen, die Nennung zurückzuziehen. Natürlich ist es enttäuschend, ein Turnier zu verpassen, aber wenn sich dein Pferd verletzt, wirst du mehr als nur eines aussetzen müssen.

Aufwärmen

Das Aufwärmen ist ein wichtiger Teil jeder Reiteinheit. Indem du das Training langsam beginnst, kann sich die Herzfrequenz deines Pferdes allmählich erhöhen und die Muskeln werden besser durchblutet. Dies trägt nicht nur dazu bei, das Pferd auf die Arbeit vorzubereiten und damit das Verletzungsrisiko zu verringern, sondern ermöglicht es ihm auch, bessere Leistungen zu erbringen.

Ein Solarium oder eine therapeutische Decke können ebenfalls dazu beitragen, die Muskeln deines Pferdes vor dem Training aufzuwärmen. Pferde mit Muskelschmerzen und Rückenproblemen werden dies besonders zu schätzen wissen.

Nach dem Training

Abkühlen

Das Abkühlen bzw. Trockenreiten am Ende der Reiteinheit ist ebenso wichtig wie das Aufwärmen. Ermögliche es dem Pferd, sich vorwärts-abwärts zu dehnen, damit sich die Muskeln entspannen und die Atmung sich wieder normalisiert. In dieser Phase geht es auch darum, die Körpertemperatur des Pferdes zu senken. An heißen Tagen wirst du dein Pferd wahrscheinlich abwaschen müssen, damit es wirklich abkühlen kann. Unser Leitfaden zum Umgang mit der Sommerhitze enthält einige Tipps und Tricks zur Vorbeugung hitzebedingter Probleme.

Bei kühlerem Wetter kann hingegen eine Abschwitzdecke nötig sein, welche die Feuchtigkeit ableitet und verhindert, dass das Pferd auskühlt.

Kühlung der Beine

Das Kühlen mit Eis oder kalt Abspritzen der Pferdebeine wird seit Generationen praktiziert, und das aus gutem Grund. Während des Trainings wird die Durchblutung der Sehnen, Bänder und Muskeln verstärkt. Das ist auch wichtig, solange das Pferd intensiv arbeitet, jedoch kann der erhöhte Blutfluss auch Entzündungen verursachen. Die Senkung der Temperatur in den Beinen nach dem Training trägt dazu bei, die Blutgefäße zu verengen, um Entzündungen zu verhindern.

Die Kältetherapie kann bei der Behandlung alter oder neuer Verletzungen helfen, ist aber auch im Rahmen der alltäglichen Pferdepflege geeignet, um Problemen vorzubeugen. Viele der Horseware Hero Olympiasieger, Welt- und Europameister haben sich daher für unsere Ice Vibe Boots entschieden. Klicke hier, um unser Ice-Vibe-Sortiment zu kaufen.

Allgemeine Maßnahmen

Für Abwechslung sorgen

Abwechslung ist nicht nur die Würze des Lebens, sondern auch ein gutes Mittel, um das Verletzungsrisiko zu verringern. Verletzungen durch wiederholte Belastung können bei Pferden genauso auftreten wie bei Menschen. Indem du das Training deines Pferdes abwechslungsreich gestaltest, verringerst du die einseitige Belastung der Sehnen. Selbst wenn dein Pferd wirklich fit ist, sollten Art und Intensität des Trainings variieren, so dass Tage mit intensiven Einheiten sich mit geruhsameren Tagen und Ruhepausen abwechseln. 

Wechselnde Trainingsschwerpunkte zu setzen könnte ebenfalls eine gute Möglichkeit sein: Dressurarbeit, Galopptraining, Springen und Ausritte beanspruchen dein Pferd auf jeweils unterschiedliche Weise, so dass nicht ständig dieselben Knochen und Gewebe belastet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass dies die Fitness und die Muskelkraft fördert. Wir alle wissen, wie wichtig Dressurarbeit ist, um das Springen zu verbessern, ein abwechslungsreiches Training kann aber darüber hinaus eure Leistung in anderen Disziplinen steigern und erhöht die Motivation deines Pferdes. 

Stretching

Dehnübungen zu Hause sind eine gute Möglichkeit, die Flexibilität und Geschmeidigkeit zu verbessern und so Verletzungen vorzubeugen. Alle Dehnungsübungen sollten an aufgewärmten Muskeln durchgeführt werden, also probiere sie am besten nach dem Training aus. Warme Muskeln sind elastischer, daher führt dies zu besseren Ergebnissen und die Gefahr einer Überdehnung der Muskeln ist geringer.

Dehnübungen mithilfe von Karotten” ind ein guter Einstieg. Führe ein kleines Stück Karotte oder ein anderes Leckerli an das Maul deines Pferde und locke es dann damit, bis es den Hals in Richtung Ellbogen dehnt. Halte die Dehnung etwa zehn Sekunden, bevor du ihm das Leckerli gibst.

Wiederhole die Übung einige Male auf jeder Seite und variiere dabei die Höhe und Position der Dehnung. Je nach dem, wie beweglich dein Pferd ist, könnt ihr euch allmählich bis zur Hüfte vorarbeiten.

Wenn du beide Seiten gedehnt hast, führe die Karotte zwischen die Vorderbeine, so dass sich dein Pferd zu den Fesseln hinabdehnt. Achte bei der Ausführung dieser Dehnungen darauf, dass dein Pferd alle vier Beine gleichmäßig belastet, da es sonst schummelt und nicht den vollen Nutzen daraus zieht!

Regelmäßige Besuche eines anerkannten Pferdephysiotherapeuten, Chiropraktikers oder Massagetherapeuten können ein weiterer Baustein im allgemeinen Trainings- bzw. Pflegeprogramm des Pferdes sein.

Erkenne die Anzeichen

Natürlich besteht unser Hauptziel darin, eine Verletzung zu verhindern. Sie gegebenenfalls frühzeitig zu erkennen, kann jedoch Komplikationen vermeiden und die Genesungszeit verkürzen. Hier sind einige Anzeichen, auf die du bei deinem Pferd achten solltest:Warme Beine bzw. Schwellungen an den Beinen 

  • Steifheit nach dem Training 
  • Widerwilliges Mitarbeiten 
  • Eingeschränkte Beweglichkeit beim Dehnen – wenn du dein Pferd regelmäßig Dehnübungen machen lässt, wird dir schnell auffallen, wenn es nicht mehr so beweglich ist 
  • Plötzliche Verhaltensänderungen, z.B. Bocken beim Reiten 
  • Schnitte, Wunden oder Beulen auf der Haut 

Unfälle passieren, und auf manche Dinge haben wir einfach keinen Einfluss. Vorbeugende Maßnahmen tragen jedoch dazu bei, das Verletzungsrisiko zu minimieren. Wenn du dafür sorgst, dass dein Pferd fit ist und ein abwechslungsreiches Training genießt, minderst du gleichzeitig seine Verschleißerscheinungen, so dass ihr noch viele Jahre gemeinsam Freude am Reiten haben werdet.