Der Beginn des neuen Jahres ist der perfekte Zeitpunkt, um sich neue reiterliche Ziele zu setzen. Das Festlegen von Zielen bietet dir die Gelegenheit, dir zu überlegen, was du erreichen möchtest, und wie du dort hin gelangst. Für Reiter sind Ziele eine gute Möglichkeit, motiviert zu bleiben, Fähigkeiten zu entwickeln und bessere Leistungen zu erbringen. Um dabei erfolgreich zu sein, ist es wichtig, sich die richtigen Ziele zu setzen. Erfahre hier, wie du 2023 zum bisher besten Jahr deiner reiterlichen Karriere machen kannst.
Es kann schnell passieren, dass man sich daran orientiert, was andere Menschen im neuen Jahr zu erreichen hoffen: häufiger reiten, auf dem Turnier eine Klasse höher starten oder sich für eine bestimmte Veranstaltung qualifizieren. Überlege dir aber, was dir persönlich wirklich wichtig ist. Auf das vergangene Jahr zurückzublicken kann ein guter Ansatz sein, um künftige Ziele festzulegen. Stelle dir selbst die folgenden Fragen:
Vielleicht bist du im letzten Jahr bei einer Vielseitigkeit gestartet und die Dressur fiel enttäuschend aus. Wenn du dich dieses Jahr unter den ersten Drei platzieren möchtest, könnte die dressurliche Arbeit und dann eine persönliche Bestleistung im Viereck eines deiner Ziele sein.
Ziele müssen aber nicht unbedingt mit Wettbewerben zu tun haben. Wenn du am liebsten Ausritte machst, könnte dein Ziel darin bestehen, drei neue Routen auszuprobieren oder eine bestimmte Strecke zurückzulegen.


Du kannst dir auch mehrere verschiedene reiterliche Ziele setzen. Einige davon könnten leistungsbezogen sein, wie eine bessere Note in der Dressur zu schaffen oder die Vielseitigkeitsprüfung mit dem Dressurergebnis zu beenden. Andere könnten technischer Art sein, etwa dass du deinen Sitz oder die Durchlässigkeit deines Pferdes verbessern möchtest.
Letztere tragen in der Regel dazu bei, die leistungsbezogenen Ziele zu erreichen. Ziele können auch einfach nur Spaß machen, zum Beispiel wenn man eine neue Disziplin ausprobiert oder einem Reitverein beitritt. Verschiedene Arten von Zielen zu haben, manche davon lang- und andere kurzfristig, ist besonders gut für die Motivation.
Es ist wichtig, dass du dir überlegst, wie herausfordernd deine Ziele sein sollen. Sich große Ziele zu setzen, ist zwar gut. Unrealistische Erwartungen bergen aber die Gefahr des Scheiterns. Gleichzeitig solltest du die Messlatte auch nicht zu niedrig anlegen, immerhin hast du ein ganzes Jahr vor dir. Dich selbst aus der Komfortzone zu locken (innerhalb vernünftiger Grenzen!) wird dir das Gefühl geben, wirklich etwas erreicht zu haben.
Auch ein Gespräch mit deinem Ausbilder kann eine gute Möglichkeit sein, sich Ziele zu setzen. Er oder sie kennt deine Fähigkeiten und unterstützt dich sicher auf deinem reiterlichen Weg.
Ein großes Ziel wird leichter erreichbar, wenn man es in mehrere kleine Ziele aufteilt. Wenn dein Ziel beispielsweise darin besteht, in einem A-Springen zu starten, solltest du überlegen, wie du dieses Ziel erreichen könntest. Der erste Schritt besteht vielleicht darin, regelmäßig Springstunden zu nehmen. Als nächstes könntest du einmal auf einem fremden Platz reiten und Routine im Parcoursspringen erlangen. Wenn das geschafft ist, könntest du einige E-Springen gehen, bis du und dein Pferd konstant fehlerfrei sind. Nun hast du alle Vorbereitungen getroffen, um erfolgreich in einem A-Springen zu starten und dein Ziel zu erreichen.
Ein einziges großes Ziel vor Augen zu haben kann entmutigend sein, aber wenn man es in kleinere Etappen unterteilt, ist es leichter, den Anfang zu machen und motiviert zu bleiben.


Setze dir selbst klare und messbare Ziele. „Ich möchte dieses Jahr ein besserer Reiter werden“ ist nicht messbar, also weißt du nicht, wann du es erreicht hast. Wenn du ein konkretes Ziel vor Augen hast, kannst du dir etwas darunter vorstellen und gezielt darauf hinarbeiten.
Anstatt ein „besserer Reiter“ sein zu wollen, überlege dir, was es für dich bedeutet, ein besserer Reiter zu sein: sich trauen, alleine auszureiten; Schulterherein reiten zu können; oder mehr als 65 % in einer Dressurprüfung zu bekommen?
Wenn dein Ziel ist, in diesem Jahr mehr zu reiten, lege fest, was genau „mehr“ heißen soll. Vielleicht bist du in letzter Zeit gar nicht geritten und solltest erst einmal wieder eine wöchentliche Reitstunde in deiner Lieblingsreitschule buchen. Oder dein Pferd hatte eine Auszeit und du musst einen Trainingsplan aufstellen, damit ihr beide wieder in Form kommt.
Ein konkreter Zeitrahmen für ein Ziel ist ein wirksames Mittel, um auf Kurs zu bleiben. Das könnte bedeuten, etwas innerhalb einer bestimmten Anzahl von Monaten erreichen zu wollen oder sich für eine bestimmte Veranstaltung zu qualifizieren. Arbeite vom Zieldatum aus rückwärts und setze dir kleinere Zwischenziele.
Denke daran, wenn man mit Pferden zu tun hat, läuft nicht immer alles nach Plan. Rückschläge sind auf diesem Weg normal, es kommt vielmehr darauf an, wie man sich nach ihnen wieder hochrappelt. Wenn du etwas mehr Zeit und Flexibilität in deine Pläne einbaust, kannst du dein Ziel auch dann noch erreichen, wenn eine unerwartete Lahmheit oder die Absage einer Veranstaltung dazwischenkommt.
Deinen Reitlehrer, Freunde oder Familie mit ins Boot zu holen ist ebenfalls eine gute Idee. Sie können dir nicht nur helfen, an deinen Zielen dranzubleiben, sondern auch Unterstützung bieten, wenn du mit einem Rückschlag fertig werden musst.
Natürlich ist es auch in Ordnung, deine Ziele zu ändern. Ganz gleich, wie gut unsere Vorsätze zu Beginn des Jahres sind, wir können nicht vorhersagen, was passieren wird. Wenn man es schafft, sich an Gegebenheiten anzupassen, auf die man keinen Einfluss hat, kann man trotz allem noch Fortschritte erzielen.
Pferde bleiben Pferde – also muss man mit Rückschlägen aufgrund von Verletzungen, Krankheit, Trainingszustand etc. rechnen. Es ist wichtig, im Falle von solchen Rückschlägen deine Ziele zu überarbeiten, so dass sie für dich und dein Pferd machbar sind.
Man muss nicht unbedingt im Sattel sitzen, um an seinen reiterlichen Zielen zu arbeiten. Versuche es einmal mit diesen Vorschlägen:
Lernen von den Profis – besuche öffentliche Trainings oder sieh dir online Lehrstunden von Trainern und Profireitern an. Möglicherweise werden darin Probleme behandelt, die du auch hast, und du bekommst Ideen, die du zu Hause ausprobieren kannst.
Arbeite an deiner Fitness – auch Reiter sind Sportler! Wir investieren viel Zeit und Mühe, um unsere Pferde fit zu machen, doch solltest du dabei dich selbst nicht vergessen. Mit Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen kannst du deine Kondition verbessern. Krafttraining oder Yoga sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, um deine Kraft und Flexibilität zu trainieren. Wenn du stärker und fitter bist, kannst du nicht nur besser reiten, sondern auch dein Pferd kann leichter Höchstleistungen bringen.
Führe Tagebuch über deine Fortschritte – dies kann ein nützliches Instrument sein, um auf deine Ziele hinzuarbeiten. Du kannst darin deine Ritte festhalten und notieren, was du gemacht hast, was gut gelaufen ist und woran du nächstes Mal arbeiten möchtest.
Plane deine Reiteinheiten – nutze deine Zeit im Sattel optimal, indem du sie im Voraus planst. Wenn du eine klare Vorstellung davon hast, was du in der Einheit erreichen möchtest, bleibst du besser fokussiert und reitest nicht ziellos herum. Probiere Übungen aus, um etwas Bestimmtes zu verbessern, z. B. Schmalsprünge oder Übergänge. In einer Reitstunde hast du vielleicht weniger Gelegenheit, dein eigenes Ding umzusetzen, aber es ist trotzdem gut, eine Vorstellung mitzubringen, woran du arbeiten möchtest. Idealerweise kennt dein Reitlehrer deine Ziele und hilft dir dabei, sie zu erreichen.
Wenn du dir konkrete, erreichbare Ziele setzt, die zu dir passen, wird der Erfolg nicht lange auf sich warten lassen. Kleinere Zwischenziele, die auf dein Endziel ausgerichtet sind, helfen dir, das ganze Jahr über motiviert zu bleiben. Denke daran, dich auch über kleine Fortschritte zu freuen, und hab Spaß im Sattel!
Was sind deine Ziele für dieses Jahr? Wir würden uns freuen, wenn du uns davon erzählst!

